Entrümpeln

und tschüss

Ich lebe in einer idyllischen Gegend. In einem Bergdorf. Umgeben von saftigen Weiden und Wäldern. Wirklich jetzt.  In einem schönen Haus mit einem eigenen Garten. Ich buddle gerne im *Dreck* und sehe den Pflanzen beim Wachsen zu. Ich liebe unseren knackigen Gartensalat. (Die Schnecken übrigens auch.) Unsere vier Wände dekoriere ich liebevoll. Ich räume auf und putze. OK. Letzteres erledige ich nicht so gerne und mit viel weniger Enthusiasmus. 

Aber unseren Dachboden lasse ich bei solchen Tätigkeiten grosszügig aus. Am liebsten umgehe und ignoriere ich ihn - denn auf dem Dachboden liegen meine "Leichen" begraben. Dieser Raum dient mir nicht nur als Gerümpel-Kammer. Dort verbergen sich nebst alten Kartonschachteln, defekten Elektrogeräten und ausrangierten Haushalts-Helfern auch traurige Erinnerungen, nicht erfüllte Wünsche und nie (noch nicht) gelebte Träume. Alles fein sortiert, oder eben auch schlampig hingeworfen und weit weg gesperrt. Teile meines Lebens die mitunter schon seid zehn Jahren auf ihre fachgerechte Entsorgung warten. 

 

Ich wohne jetzt sechs Jahre in diesem Haus. Und diesen Frühling hatte ich zum ersten Mal das Bedürfniss mich dem Problem Dachboden zu stellen. Seither flutscht mir das Entrümpeln nur so durch die Hand. Je organisierter es in unserem Unterdach wird, desto leichter und "aufgeräumter" fühle ich mich. Es ist Zeit los zu lassen. Zeit neue Wege zu gehen und die Altlasten zu entrümpeln. 

 

Warum ich das schreibe? Vielleicht um euch aufzuzeigen, dass gewisse Prozesse eben länger brauchen. Mitunter bis zu zehn Jahren und dass das gut so ist. Vielleicht um euch Mut zu machen. Vielleicht aber auch nur für mich, um endlich den letzten Schlussstrich zu ziehen.  Und TSCHÜSS!

 

Take care und bis bald! Wir lesen uns.

Eure Esther

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