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Fastnachten geht durch den Magen

Chärpfleni neu interpretiert, mein Rezept für DICH


 

In einer meiner schönsten Kindheitserinnerungen geht es um Chärpfleni. Jenes köstliche Fastnachtsgebäck, das vor allem im Goms eine fest verwurzelte Tradition hat.

 

Ich habe es immer geliebt, wenn wir in der närrischen Zeit von der Schule nach Hause gekommen sind und von unserer Mama, unerwartet mit dieser Köstlichkeit überrascht wurden.

 

Um diese recht aufwendige Arbeit in Ruhe erledigen zu können, hat es meine Mutter nämlich meistens vorgezogen, heimlich zu chräpflene.

 

Sicher hat dabei auch der Gedanke, ungeschickte Kinderhände vor Fettspritzern und bösen Verbrennungen zu schützen, eine Rolle gespielt.

Chärpfleni sind eine recht fettige Angelegenheit, denn sie werden frittiert.

Natürlich kann man sie auch im Backofen fertig stellen, aber es ist einfach nicht das Gleiche.

 

In meiner Vorstellung von damals wurde das Gebäck entweder in der Friteuse, oder einer hohen Pfanne, mit Öl gefüllt (vorzugsweise Sonnenblumen-Öl) gebacken und richtige Chräpfli müssen einfach diesen Werdegang durchlaufen.

 

Meine Mutter war zudem eine sehr temperamentvolle Frau und die Vorbereitung für die Chräpfli-Füllung, fiel deshalb auch öfters etwas lautstark aus.

Trotzdem durften wir Kinder bei der Füllung hin und wieder mithelfen nämlich dann, wenn unser Gequengel überhand nahm, oder die Fastnacht, ungeschickter-weise in die Zeit der Schulferien fiel.

 

Das waren dann glückliche Momente. Wir nahmen unsere Aufgabe sehr ernst und waren stolz, eine gewisse Verantwortung übertragen zu bekommen.

 

Damals musste meine Mama das für die Füllung benötigte, harte Roggenbrot noch mühsam von Hand verkleinern.

Ich sehe es noch vor mir, wie sie diese Kräfte zehrende Arbeit mit einem Reibeisen erledigte und anschliessend ganz geschafft war, von der Schufterei.

 

Vermutlich hätte man das geriebene Brot auch schon damals kaufen können, aber das war dann halt auch eine finanzielle Frage.

Heute verwende ich für diese Arbeit eine Küchenmaschine.

 

Bei der Zubereitung berief sich meine Mutter auf das Rezept für Gommerchräpfleni. Schliesslich war mein Vater ja ein Gommi.

 

Heimlich wird sie die Chärpfleni, aber auch mit Zutaten aus ihrer Heimat, Südtirol vermischt haben. Auf jeden Fall schmeckten sie  IMMER  köstlich.

 

 

Leider existiert heute kein Rezept mehr von den Chärpfleni meiner Mutter und so habe ich es mit meinen Chärpfleni halt einfach wie sie gemacht.

 

Ich habe das Rezept aus dem Saas-Tal genommen (Ausgabe der RZ/14. Feb. 2019) und es nach meinem Gusto angepasst.

 


Teig (32 Chärpfleni)

 

1 kg Mehl

 

3 Eier

 

125 g Butter

 

150 g Zucker

 

1 dl Whisky-Liquor

 

2.5 dl Wein (Rotwein = eher dunklere Chärpfleni)

 

  • Alles zu einem festen Teig kneten und für ca.: 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Füllung

 

500 g Roggenbrot  (fein zerbröselt)

 

350 g Zucker

 

480 g Kastanienmarmelade

2 EL Amaretto

 

  • Alles gut mischen.

 

  • Teig auswallen und kleine Quadrate formen. Ich habe einen Klappformer verwendet. 
  • Die Füllung mit einem Esslöffel darauf geben.
  • Quadrate zuklappen und gut andrücken, damit die Füllung nicht ausläuft. Zusätzlich noch einmal gut andrücken. Das gilt auch bei der Verwendung eines Formers.
  • Anschliessend bei 170° goldgelb frittieren.

Viel Spass beim nach-backen wünsche ich euch und ich bin sehr gespannt, wie euch die Chärpfleni schmecken.

 

 

Macht’s fein.

 

 

Eure

 

Esther

 

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