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Fotografieren lernen

 

Was ich schon lange einmal so richtig gut können möchte, ist fotografieren und zwar mit Mehrwert. Ich möchte Fotos machen, die beim Betrachter etwas auslösen und in einen Wow-Effekt gipfeln.

 

Soweit der Plan, ein bis jetzt, nicht gelebter Traum von mir, dem ich schon ewig hinterher hinke.

 

‚Alle‘ anderen können so fantastisch, schön und Profimässig knipsen und die Bilder der 'Anderen' schauen eh immer viel besser aus.

Kennt ihr, nee? Beim Nachbarn kommt immer alles so mühelos und ohne Anstrengung rüber und das Gras ist sowieso immer grüner.

 

Höchste Zeit also,  endlich meine Komfortzone zu verlassen und aktiv zu werden. 

 

Wieso ich aber unmöglich einen Fotokurs besuchen konnte, dafür gab es ungefähr zig Tausend gefühlte und eingebildete Gründe (meiner Fantasie sei Dank); zu weit weg, zu wenig professionell, zu teuer, ungünstige Zeiten, Familientechnisch und organisatorisch unmöglich (!!!)

 

Ihr seht, um Ausreden war ich nicht verlegen, aber von nichts kommt nix. 

 

 

Da musste erst ein nahe stehender, lieber Verwandter ernsthaft krank werden, um ein Umdenken bei mir auszulösen. Die private Situation hat unsere Familie echt gefordert und in Beschlag genommen. Das Dilemma wurde zum Tages-Haupt-Thema.

Alle Gedanken kreisten nur noch um diese traurige Begebenheit und das Leben rundum wurde ausgeblendet und bis auf unbestimmte Zeit aufs Abstellgleis gestellt.

 

Dieser Ausnahmezustand hat aber auch bewirkt, dass ich mich nach Ablenkung sehnte und die vermeintlich, wichtigen Dinge analysierte und für mich neue Prioritäten gesetzt habe, setzen musste um nicht weiter in dieser endlos Schleife gefangen zu sein.

 

Ein Umdenken fand statt. Wann nicht jetzt, wann dann? Aufschieben kann auch in zu spät enden. 

 

 

Also machte ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Fotografie Kurs, mit der Möglichkeit von aufbauenden Folgekursen. Man weiss ja nie, was aus so einem Hobby noch alles werden kann und ich möchte mir da alle Möglichkeiten offen lassen.

 

Bei der Fotoschule Baur wurde ich fündig. Die Homepage des Anbieters war mir sofort sympathisch und die Angebote und Kursinhalte genau meins.

Zwar würde sich die Anreise ein wenig intensiver gestalten, als bei dem Anbieter gerade mal um die Ecke, aber das Gesamt-Paket passte und das Bauchgefühl stimmte auch. (Das Angebot reicht vom Grundkurs zu Master-, Bildkomposition-, bis über Highspeed Tropfenfotografie und noch viel mehr. Die Schulungen sind wirklich der Wahnsinn und wecken Begehrlichkeiten.) 

 

 

Erst einmal habe ich den Grundkurs besucht. Dieser deckt genau meine momentanen Bedürfnisse und Kenntnisse (nämlich blutiger Anfänger) ab.

 

Vermittelt wird nebst Basiswissen über die digitale Fotografie, auch wie man die Kamera richtig bedient und welche Taste für was ist.

Genau mein Ding, denn mit den mit gelieferten Bedienungsanleitungen zu technischen Geräten, stehe ich oft auf Kriegsfuss. Da wird teils mit Fachbegriffen umher jongliert, die bei mir besten Falls nur ein unverständliches Hmm, oder Ach auslösen.

 

Der Grund-Kurs fand an einem Wochenende in der Schweizer Hauptstadt Bern statt und nach zwei intensiven Tagen sind Begriffe wie Blende, Belichtung, Verschlusszeit, ISO, Belichtungskorrekturen und Weissabgleich für mich nicht mehr ganz so rätselhaft. OK, Weissabgleich vielleicht doch. Hier besteht ganz klar noch mehr Wissenspotential nach oben. (bei den anderen Punkten natürlich auch) 

 

 

Unser Kursleiter war Christian Friedrich und was Christian uns über die Möglichkeiten von verschiedenen Objektiven gelehrt hat, hat mich schlicht weg umgehauen.

 

Nun weiss ich, dass die Qualität eines guten Porträts auch in erster Linie von einem passenden Objektiv abhängig ist. Seit ich meine Spiegelreflexkamera gekauft habe, fotografiere ich mit dem mitgelieferten Standard-Objektiv, welches halt auch nur Standard abliefert.

 

Ich wünschte, ich könnte Chrigel schrumpfen, so dass er in meine Kameratasche passt und ich ihn bei Fragen gleich immer zur Hand hätte.

 

Mittlerweile besitze ich übrigens auch so ein cooles Powerteil  von Objektiv, welches ideal für Porträt-Fotografie ist; 35 mm Festbrennweite, (den Begriff musste ich nach der Beratung im Geschäft erst mal googeln) und immer wenn ich es benutze, bin ich total euphorisch und staune jedes Mal aufs Neue, wie schön verschwommen der Hintergrund aussieht und wie präzise scharf das eigentliche Porträt daher kommt. Mit meinem Standard Objektiv hätte ich diese Tiefe nie so hinbekommen.

 

Im Moment überlege ich mir ernsthaft, mir auch noch das Objektiv mit 50 mm Festbrennweite anzuschaffen (GSD habe ich im August Geburtstag) und natürlich brauche ich auch unbedingt noch zusätzlich einen Graufilter und eine passende Kameratasche. (Diese werde ich mir aber selber nähen.)  

 

 

Der Lehrgang fand an einem Wochenende statt, was für mich sehr praktisch war und meinem Lieblingsmann die Gelegenheit gab, unsere Mini-Familie zu rocken. (Danke Schatz! Muah)

 

Besonders spannend fand ich übrigens das Thema Bildkompositionen, denn ein schönes Sujet will ja auch ansprechend dargestellt werden. Ich selber finde es immer wunderschön, wenn ein Foto bei seinem Betrachter eine Emotion auslöst, oder eine Geschichte erzählt. Wild drauf los knipsen war gestern.

 

Seit dem Kurswochenende betrachte ich Fotos mit anderen, kritischeren Blicken. Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich Bilder prüfender anschaue und überlege, wie die Aufnahmen wohl gemacht wurden und dies im Geiste nach zu vollziehen versuche.

Auch fallen mir jetzt kleine Unregelmässigkeiten bei den Fotos der ‚Anderen‘ eher auf. (bei mir natürlich auch und nicht zu wenig)

 

So stört es mich jetzt z.B.: wenn der Hintergrund schief ist, oder sich der Winkel nicht ganz korrekt ins Bild einfügt. 

 

 

Der Samstag und Sonntag haben sich als sehr spannend und abwechslungsreich erwiesen. Wir haben viel praktisch geübt und waren als Hobbyfotografen in der Berner Altstadt unterwegs. Immer unter der kompetenten Führung von Christian.

 

Zum Abschluss hat uns Chrigel noch mit Bonuswissen über Lightroom, ein Fotobearbeitungs-Programm versorgt. Im Moment begnüge ich mich noch mit der Testversion von Lightroom aber die Anschaffung des Programmes ist durchaus auch ein Thema.

 

 

Fazit; ich bin infiziert und fiebere schon einem nächsten Aufbaukurs entgegen, aber vorher heisst es noch üben, üben und nochmals üben. Bevor ich den Folgekurs besuche, möchte ich im Grundwissen sattelfest sein. Fotografieren macht mich glücklich.

 

PS.: Die hier gezeigten, bescheidenen Foto-Anfänge sind teils direkt im Grundkurs entstanden und teils während unseres Berlin-Tripps. Zu Berlin später dann mehr. Diese tolle City hat einfach einen eigenen Post verdient. (vermutlich werden es sogar mehrere Posts sein)

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Rita (Mittwoch, 23 Mai 2018 14:24)

    Ich habe dieses schöne (neue) Hobby auch für mich entdeckt. Ich war aber erst in einem Grundkurs von zwei halben Tagen - aber immerhin und einmal bei GwieGabriela an einem Foodworkshop. Ich bin fleissig am üben - mit mehr oder weniger Erfolg. Dein Tipp mit der Schule habe ich mir angeschaut - die gibts auch in meiner Nähe! Uebrigens das 50mm Objektiv musst du dir unbedingt wünschen - ist mein Lieblingsobjektiv. Mit Freuden und Spannung werde ich jetzt deine Fortschritte mitverfolgen! Herzlichst Rita

  • #2

    Esther (ateliergraechbodi.ch) (Donnerstag, 24 Mai 2018 13:24)

    Hallo liebe Rita
    und Danke für den Tipp. Mit dem 50 mm Objektiv bin ich mir noch nicht so ganz sicher... Für das 35 mm habe ich mich entschieden, weil ich noch etwas mehr Hintergrund wollte.... aber die Versuchung ist gross. Ich halte dich auf jeden Fall auf dem Laufenden. Betr. der Fotoschule, vielleicht treffen wir uns ja mal. Mich würde der Einsteigerkurs so was von reizen...

    herzliche Grüsse
    Esther